St. Nikolaus, Pfarrkirche in Parsdorf

Erbaut 1473, Baustil: Spätgotik

Patrozinium am 6. Dezember

 


Schon von Weitem zeigt in Parsdorf die Nikolauskirche mit den roten Satteldächern des Schiffes und des Turmes wo das Zentrum des Ortes ist.

Bis vor Kurzem galt das Jahr 1473 als das Baudatum des Gotteshauses  Diese Jahreszahl steht auch auf dem Chorbogen und an der Wand hinter dem Hochaltar. Dann aber kam die Vater- stettener Kunsthistorikerin Brigitte Schliewen mit Fachgebiet Gotik in die Kirche  und entzifferte auf einem Schlussstein der Rippenbögen im Chor die gotischen Zahlen 1457. Offensichtlich ist im Laufe der Zeit die Kunst des Lesens von gotischen Ziffern verloren gegangen, so dass die Jahreszahl falsch interpretiert wurde. Es gab aber sicher einen Vorgängerbau, denn schon für 1315 ist eine Kirche in Parsdorf erwähnt und Anfang des 12. Jahrhunderts gab es sogar einen Ortsadel in Parsdorf.

Die farblich gefassten Netzrippenbögen im Chor wölben sich über den hochbarocken Hochaltar von 1680. Schon beim Eintritt in die Kirche wird man von dem Blickkontakt des lebensgroßen hl. Nikolaus in der Mitte des Choraltares gebannt. Der Bischof von Myra dominiert den Altar in der blauen Nische. Ihm zur Seite stehen am Rande des Altaraufbaues auf der Nordseite die 160 cm große hl. Katharina mit dem Rad als Attribut und an der Südseite die gleich große hl. Barbara mit dem Turm.

Nach dem zentralen Blickfang schweifen die Augen zu den barocken Seitenaltären im Langhaus, das 1723 nach dem wohl gotischen Vorgängerschiff errichtet wurde. Der nördliche Seitenaltar zeigt auf einem Gemälde die Taufe Christi im Jordan, während der südliche eine geschnitzte mittelalterliche Gottesmutter mit Kind beherbergt.

An der nördlichen Wand des Kirchenraumes stehen neben dem Christus am Kreuze links der Evangelist Johannes wohl von 1723 und rechts die gleichaltrige Figur des Johannes Nepomuk. Ihnen gegenüber auf der Südseite tritt eine Lilienmadonna auf die Schlange, die sich um die Weltkugel windet.

Blickt man zurück Richtung Ausgang, wird man von dem Orgelprospekt aus dem Frührokoko vom Jahre 1745 fasziniert, der über die bemalte Emporebrüstung aus der gleichen Zeit hinausragt. Beim Verlassen des Gotteshauses wird dem Besucher im Vorhaus anschaulich auf dem 1778 gemalten Bild vor Augen geführt, was ihn beim Jüngsten Gericht zu erwarten hat. Je nach seiner Lebensweise landet er in der Hölle, wird im Fegefeuer geläutert oder von Engeln in den Himmel geleitet.

 

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